Punkt Punkt Komma Strich … – „Krakel Orakel“

Spielschachtel auf der Spielmatte im SpielRaum

… fertig ist das Mondgesicht! So lautete einer der Sprüche meiner Kindheit. Es ging zwar darum mir das Gesicht einzucremen und vor der Kälte der Winter zu schützen, die noch wirklich kalte Winter waren, allerdings wurde damals schon deutlich: Weniger ist manchmal mehr! Trifft das auch für Krakel Orakel zu?

Worum geht's?

Das Spielprinzip ist wie eine Mischung aus“6-Sekunden-Kritzelei“ und „So Kleever“. Wir spielen kooperativ, jeder erhält eine verdeckte Spielkarte, die einen Begriff zeigt, den es binnen eines Countdowns zu zeichnen gilt. Nach Ablauf der Zeit werden alle Begriffe verdeckt in der Tischmitte gesammelt und genauso viele vom Kartenstapel noch einmal drauf gelegt. Einmal gemischt, werden diese nun alle offen gelegt und reihum wählt jede Person einen Begriff, den sie sicher nicht unter den gezeichneten Kunstwerken sieht. Je besser das gelingt, desto mehr Punkte verbleiben für die weiteren Spielrunden. Aber ganz ehrlich – die Punkte sind hier sekundär.

Der Spaß entsteht durch die starke Einschränkung den das Spiel vorgibt: Es darf nur auf den gepunkteten Linien gezeichnet werden! Die Kunstwerke, die so entstehen sorgen für jede Menge Spaß und so schwierig es auch anfangs erscheint, Begriffe wie „Zeitreise“ oder „lustig“ lassen sich tatsächlich darstellen und auch erkennen.

Das Spiel mit einem Tableau und einer Aufgabenkarte
Im Thema versinken?

Braucht ein Partyspiel wirklich ein Thema? Hier geht es in erster Linie um den Spaß und der ist bei Krakel Orakel garantiert.

Exemplarischer Blick in die Runde
Was ist mit ... dem Spielmaterial?

8 doppelseitig bedruckte Papptafeln, die mittels abwischbaren Stiften beschrieben werden, sowie eine Menge Karten mit Begriffen. Jede Karte hat eine Hälfte mit weißem und eine mit schwarzem Hintergrund – sie geben einen einsteigerfreundlichen (weiß) und einen fortgeschritteneren Modus (schwarz) vor. Der Unterschied liegt hier in den Begriffen selbst – während überwiegend Gegenstände das einsteigerfreundliche Spiel bereichern, strapazieren zusätzliche Nominalisierungen und Adjektive im fortgeschrittenen Spiel die Kreativität auf den gepunkteten Linien etwas mehr.

Auf Unnötiges wurde verzichtet: Zum Spielmaterial gehört zum Beispiel keine Sanduhr, so dass der Countdown ganz individuell den Bedürfnissen der Spielrunde angepasst werden kann. Zusätzlich wurde auf Plastik weitesgehend verzichtet, die Karten werden anfangs durch ein Papierband zusammengehalten, die Packung selbst mit gut ablösbaren Klebepunkten. Sehr gut!

Exemplarischer Blick in die Runde
Fazit

Es ist eines dieser Spiele, bei dem es zu Beginn oft lautet „Ich kann nicht malen“ oder „Ich bin unkreativ“ und am Ende doch alle am Tisch ihren Spaß haben und nicht selten noch eine weitere Runde gefordert wird. Das Punktezählen rückt dabei oft in den Hintergrund.

Die Zielgruppe ist hier sehr groß und das macht einen der Anreize von Krakel Orakel aus. Lediglich der Begriff auf der Karte sollte gekannt werden und die eigene Motorik einen nicht daran hindern, die Linien auf der Papptafel nachzufahren. Egal ob als „Warm-Up“, „Absacker“ oder „Hauptgang“ auf einem Spieleabend – „Krakel Orakel“ punktet einfach in jedem Menü zuverlässig.

Es sollte in einer gut sortierten Sammlung bei den Familien- und oder Partyspielen nicht fehlen! Die Auswahl zur Nominierung zum „Spiel des Jahres 2025“ unterstreicht das zusätzlich, auch wenn die Trophäe an „Bomb Busters“ ging. Ein guter Tipp für Weihnachten.

Idee: die 7 Bazis 
Illustration:
Verlag: frechverlag
Erscheinungsjahr: 2024


Personen:
2 – 8 
Altersempfehlung: ab 10 Jahren (eigene Erfahrung ab 7 Jahren)
Spieldauer: 30 Minuten

Achtung!

Der für Mittwoch, den 21.01.2026  geplante Spieletreff fällt aufgrund einer Veranstaltung im Pfarrsaal aus.

In der darauffolgenden Woche ist am 28.01.2026 ab 18:00 Uhr die Tür zum Spielraum für Jung und Alt wieder geöffnet. Gern dürfen auch eigene Spiele mitgebracht werden.