„Flip7“ sorgte 2025 in Deutschland für Aufsehen – nicht nur durch die Nominierung auf den Titel „Spiel des Jahres“ 2025 sondern auch durch die schon sehr selbstbewusste Ankündigung vom Verlag, „Das beste Kartenspiel aller Zeiten“ zu sein. Wird es dem oder zumindest der Nominierung gerecht? Viele Partien liegen bereits hinter mir und ich stelle es hier in gewohnter Struktur kurz vor.
Worum geht's?
Ein so einfaches, wie auch fesselndes Spielprinzip aufs Wesentliche reduziert: Push your Luck! Bist du am Zug, deckst du eine Karte auf und legst sie vor dich. Hast Du diese Zahlenkarte noch nicht, dann prima, du bist noch im Spiel. Ist es bereits die zweite Zahlenkarte einer Zahl, die bereits vor die liegt, dann scheidest du aus der laufende Runde aus und gehst leer aus.
Schnell und kurzweilig ist die Wartezeit dabei sehr gering, da eine Spielrunde endet, wenn entweder alle Personen auscheiden mussten oder sich für „Passen“ entschieden haben. Jede Karte ist dabei entsprechend ihrem Wert oft im Kartenstapel vertreten: Die 12 findet sich also 12x, die 11 … 11x und so weiter. Wenn ich mich für „Passen“ entschieden habe, so werden die Werte sämtlicher vor mir ausliegender Zahlen addiert. Wer über eine Vielzahl von Runden zuerst die 200 erreicht oder sie am weitesten übertrifft, gewinnt eine Partie „Flip 7“.
Geht's auch etwas genauer?
Das klingt soweit ja nicht besonders neu oder originiell, jedoch gibt es die Extrakarten die hier für überraschende Wendungen sorgen können. So gibt es 3x die Second Chance, quasi einen Rettungsring, mit dem ich doppelte Karte abwenden kann, oder die Flip Three mit eine Person am Tisch sofort 3 weitere Karten aufdecken muss, ganz egal ob sie will oder nicht. Und natürlich die Karte Freeze, die mich zum sofortigen Passen zwingt, was manchmal aber auch vor der einen anderen riskanten Entscheidung schützt.
Im Thema versinken?
Nein – hier wurde gar nicht erst versucht, ein Thema zu erfinden – wir drehen einfach Karten um. Die Unterhaltungen am Tisch und die hohe Spielerzahl genügen um das völlig vergessen zu machen.
Was ist mit ... dem Spielmaterial?
Es handelt sich um Spielkarten in einer folierten Spielschachtel – die Gestaltung der Karten ist absolut zweckmäßig und sogar noch recht hübsch anzuschauen. Dem Spiel liegt eine Spielanleitung bei – mehr braucht es nicht. Punkte werden am besten auf einem großen Blatt oder einer App gezählt.
Fazit
„Flip 7“ passt in jede Spielrunde, egal ob beim Warten auf das Essen im Restaurant, oder zum Abschluss eines Spieleabends. Vermutlich auch perfekt zum Silvesterabend und vorallem immer dann, wenn die Anzahl der Personen 5 übersteigt. In die Gruppe der Partyspiele passt es sowieso.
Ganz anders als die beiden anderen zum Spiel des Jahres nominierten Titel unterhält „Flip 7“ nur lässt sich das eben schwer vergleichen – messen wir Spaß in Metern? Oder in Kilowatt? Vielleicht ja auch in Dezibel? Völlig egal wie – „Flip 7“ lädt ein um am Spieltisch zu verweilen und hier auch mit Freude dabei zu bleiben, wenn da nur nicht bereits die zweite zwölf wäre, die ich als Karte 3 aufdecke …
Viel Spaß bei „push your luck“ in seiner simpelsten Form!
Idee: Eric Olsen
Illustration: O’Neal Mabile
Verlag: Kosmos / The Op Games
Erscheinungsjahr: 2025
Personen: 3 – 18
Altersempfehlung: ab 8 Jahren (eigene Erfahrung ab 6 Jahren)
Spieldauer: 20 min