Ghosts – „Mysterium Park“

Die Karten liegen in einem Raster angeordnet, Die Spielschachtel verdeckt einen Teil.

„Spielt mal Codenames mit Dixitkarten“ haben sie gesagt. Die Idee an sich klingt dabei ganz gut und immerhin mischen wir hier das Spiel des Jahres 2010 (Dixit) mit dem Spiel des Jahres 2016 (Codenames). Beides erfolgreiche Titel mit eher kurzer Spieldauer relativ offenem Rahmen. Was sollte da schon schief gehen? Genau!

Was dabei herausgekommen ist gibt es seit einigen Jahren zu kaufen – erst als „Mysterium“ und seit einer Weile auch als „Mysterium Park“ in einer kleineren und kürzeren Version. Wie sich das spielt? Lies weiter!

Worum geht's?

Auf dem Jahrmarkt ist letztes Jahr ein Mord geschehen. Wir alle sind in der Lage Geister zu sehen, jedoch können diese nur mittels Visionen mit uns kommunizieren – weder Sprechen noch Zeigen ist möglich – lediglich die Installation eines flüchtigen Gedanken. So versuchen wir als fähige Spiritisten den Mord aufzuklären, in dem wir mögliche Tatverdächtige und etwaige Tatorte eingrenzen. Doch wir haben nur 6 Nächte Zeit, dann zieht der Jahrmarkt bereits weiter und mit ihm die Chance auf Aufklärung.

Das gesamte Spiel ausgebreitet, viele Karten und bunte Marker
Geht's auch etwas genauer?

Eine Person übernimmt die Rolle des Geistes, der mittels Visionskarten auf die gesuchte Karte hinweist. In einem Raster aus 3 x 3 Karten liegen zunächst 9 Tatverdächtige und jeder Spielerfarbe wird dabei eine zugeordnet. Haben alle ihren Tipp abgegeben, so wird aufgelöst und gegebenfalls eine weitere Runde gespielt. Die richtig erratene Charakterkarte oder später auch der Tatort gelten dabei als nicht mehr verdächtigt – weil wir deren Unschuld beweisen konnten.

Erst wenn alle Personen ihre Tatverdächtigen gefunden haben, werden 9 (3 x 3) Tatorte auf das Raster gelegt. Das Spiel wiederholt sich und wenn mit Ablauf von Runde 5 die Tatorte ebenfalls ermittelt wurden, wird es Zeit für das große Finale! Dann gewinnen alle gemeinsam oder bekommen in einer nächsten Partie erneut die Chance darauf!

Das schöne ist als Geist, den Spiritisten (Ermittlern) beim Denken zuzuhören und so vielleicht spätestens ab der nächsten Runde noch bessere Tipps zu geben. Wenn doch nur die passenden Karten auf der Hand wären. Und wieso erkennen sie die Tänzerin auf der Karte und das Innenleben eines Cellos aber sehen einfach die vielen kleinen Schirme nicht?

Die Visionskarten, mit denen der Geist Hinweise gibt
Im Thema versinken?

Ins Thema versinken geht hier ganz gut, ein kleiner Soundtrack, etwas gedimmte Beleuchtung – reicht schon. Es ist die tolle Gestaltung der Karten, der hohe Detailreichtum, der das ermöglicht. Nüchtern betrachtet versuche ich mittels visuellen Hinweisen eine Karte aus einer Auslage aus 9 Karten herauszufinden – da braucht es zwar nicht viel Thema, mit ist es jedoch deutlich schöner!

Das kleine und handliche Spielbrett, darauf liegen Karten und farbige Marker
Was ist mit ... dem Spielmaterial?

Der Stauraum, den die Schachtel bietet ist hervorragend genutzt. Alles findet im Sortiereinsatz den richtigen Platz, verrutscht nicht und kann ohne große Tütchenschlacht zügig aufgebaut und gespielt werden. Bravo! Die Karten sind toll anzusehen und wahre Kunstwerke und allein das Bestaunen nimmt Zeit in Anspruch!

Das übrige Material ist solide und hält viele Partien problemlos aus!

Blick in die gut sortierte und gefüllte Spielschachtel
Fazit

„Mysterium Park“ ist nüchtern betrachtet die verschlankte Version von „Mysterium“. Waren es dort noch 3 Dinge, die erraten werden mussten so ist es hier verkürzt auf 6 Runden, in denen wir 2 Dinge erraten müssen, bevor es zum Finale übergeht. Ein paar Elemente fallen weg – die Auswahl der gesuchten Kombinationen ist vorbildlich gelöst und mittels kleiner Karte, wie bei „Codenames“ an einem Raster ausgerichtet. Alles in allem sinnvolle und auch notwendige Veränderungen um hier von einem eigenständigen Spiel zu sprechen.

Das ganz große Plus: Es braucht viel weniger Platz und ist auch zügiger gespielt. Mehrere Partien an einem Abend stellen kein Problem dar. Wenn Du also mal Geist sein möchtest, wie in der aktuell recht erfolgreichen BBC-Serie „Ghosts“, dann Herzlich Willkommen bei „Mysterium Park“ und viel Erfolg beim Geben der passenden Visionen!

Idee: Oleksandr Nevskiy, Oleg Sidorenko
Illustration: Xavier Collette, Maëva da Silva, M81 Studio
Verlag: Libellud
Erscheinungsjahr: 2020


Personen:
2 – 6 (am besten ab 4 Personen)
Altersempfehlung: ab 10 Jahren (eigene Erfahrung ab 8 Jahren)
Spieldauer: 30 Minuten