Top die Wette gilt – „Around the World in 80 Days“

Der Kalender als zentrales Spielelement auf dem Tisch

Die Abenteuer von Jules Verne sind vielen bekannt. Was „Flip & Write“ als Genre unter den Brettspielen bedeutet, dürfte ebenfalls größtenteils bekannt sein. Was passiert also, wenn wir beides miteinander kombinieren? Was bei „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ funktioniert hat … klappt das wieder? Lies weiter!

Worum geht's?

Ganz nah am themen- und ideengebendem Roman begeben wir uns auf einen Wettlauf um in 80 Tagen um die Welt zu gelangen. Abweichend zum Buch haben wir dabei je nach Partie zufällig andere Ereignisse, die uns auflauern und auch sind die Belohnungen bei Ankunft an bestimmten Orten immer wieder anders. Zug um Zug nähern wir uns der Stadt London, dabei ist stets die Person an der Reihe, die noch die meiste Zeit übrig hat. Bei Spielende gewinnt, wer zum einen gut gesammelt, viel erlebt und natürlich am schnellsten London erreicht hat.

Die Auslage auf dem Tisch
Geht's auch etwas genauer?

Jeweils 6 Karten sind in der Auslage, von denen 1 gekauft werden kann. Je 3 Eisenbahnverbindungen und 3 Schiffsverbindungen. Sie unterscheiden sich in Länge und möglichen Zwischenhalten, sowie in Dauer in Tagen und natürlich dem Preis. Münzen streiche ich auf meinem Spielplan durch und Tage ziehe ich auf dem Kalender sofort nach vorn.

An der Unterkante der Karte ist jeweils eine Strecke abgebildet, die ich nun auf meiner Karte vor mir eintragen darf. Die Richtung ändern darf ich nur, wenn meine Karte Zwischenhalte angibt, sonst muss ich die Strecke am Stück einzeichnen. Selbstverständlich Eisenbahnen nur an Land und Schiffe nur auf dem Wasser. Ich bin also relativ frei in der Streckenwahl, versuche allerdings meinen Zug an bestimmten Orten zu beenden.Das gibt mir ein gewisses Einkommen – Orte sind zum Beispiel Städte, Oasen oder Häfen. Zusätzlich erhalte ich recht regelmäßig einen der 4 Protagonisten, die mir bestimmte Zusatzfunktionen ermöglichen. Schon ist die nächste Person an der Reihe und zwar stets die, die auf dem Kalender am weitesten hinten liegt.

Im Thema versinken?

Absolut! Selbst wenn wir hier „nur“ mit Spielkarten spielen und die Strecke mit unseren Stiften auf der Landkarte eintragen – es macht riesigen Spaß, den Zylinder von Phileas Fogg zu tragen und die Gunst von Prinzessin Aouda zu erlangen und sich am Ende dann doch Inspektor Fix geschlagen zu geben. Die tolle Gestaltung aus der Feder von Pedro Soto tun ihr übriges um hier völlig in den Erzählungen von Jules Verne zu verschwinden.

Die Landkarte, hier wird alles eingetragen
Was ist mit ... dem Spielmaterial?

Viele Blätter und eine Menge schöner Karten. Die zentrale Auslage ist aus dünnem Karton – also alles zweckmäßig – nicht übermäßig hochwertig und gut zum Spiel und dessen Preis passend.

Im Spiel zu viert sind die gelieferten Holzscheiben auf dem Kalender etwas zu groß. Ich habe sie durch durchsichtige Würfel ersetzt, die sind stapelbar und erlauben trotzdem einen Blick auf das darunterliegende Datum.

Nahaufnahme des Kalenders
Fazit

„Around the World in 80 Days“ ist ein Spiel für echte Jules Verne Fans und alle die, die Spiele aus dem Genre der „X & Write“-Familie mögen. Das Alleinstellungsmerkmal ist hier das Eintragen und Abfahren der Strecke auf der eigenen Landkarte. Die Geschichte entwickelt sich beinahe nebenbei zu einem echten Krimi im Wettlauf zur Reise um die Welt.

Das Spiel ist aktuell in einer zweisprachigen Version zu erhalten: Englisch und Spanisch. Der Text ist dabei vorallem auf die wenigen Ereigniskarten und hauptsächlich auf die Spielanleitung begrenzt – es genügt in den meisten Partien, wenn eine der Personen einer der beiden Sprachen mächtig ist. Es lohnt auf jeden Fall sich einer Partie anzuschließen, wenn du dich bei einer – oder besser gar beiden – der oben genannten Gruppen wiederfindest.

Bleibt nur noch die Frage an Looping Games offen: Kommt irgendwann nach „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ und „In 80 Tagen um die Welt“ auch noch ein „20.000 Meilen unter dem Meer“? Ich bekunde hiermit schon einmal Interesse!

Idee: Eloi Pujadas, Àlex M. Sanguino 
Illustration: Pedro Soto
Verlag: Looping Games
Erscheinungsjahr: 2024


Personen:
2 – 4
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten